Basics zur Firmung

Die Firmung ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Der Begriff Firmung stammt vom lateinischen “confirmatio“ ab, was so viel wie Bestärkung und Bekräftigung bedeutet. Mit der Firmung bestätigen die daran teilnehmenden Jugendlichen das Taufversprechen, das ihre Eltern und Paten bei der Taufe für sie abgegeben haben. So stellt die Firmung aus theologischer Sicht die Vollendung der Taufe dar.

Die Firmung ist somit auch ein Zeichen des Übergangs vom Kindsein zum Erwachsenwerden: Der Jugendliche übernimmt nun selbst die Verantwortung für seine eigene Taufe und bestätigt seine lebenslange Bindung an die Kirche. Daher findet die Firmung normalerweise im Jugendalter statt. In der Diözese Bozen-Brixen muss der Firmling zum Zeitpunkt der Firmung 16 Jahre oder älter sein.

Die Firmung wird vom Bischof oder einem beauftragten Priester gespendet und findet während eines feierlichen Gottesdienstes statt. Der Bischof legt dem Firmbewerber bei der Firmung die Hände auf und zeichnet mit dem Chrisam ein Kreuz auf dessen Stirn. Dabei spricht er die Worte: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“

Einen festen Termin für die Firmung gibt es nicht: Die Termine werden von den einzelnen Pfarrgemeinden festgelegt. Die Jugendlichen, die im richtigen Alter für die Firmung sind, werden von den Gemeinden über den Termin informiert. Anmeldungen zur Firmung nimmt dann das jeweilige Pfarrbüro entgegen.

In Vorbereitung auf die Firmung findet eine sogenannte Firmkatechese statt. Im Rahmen dieser Vorbereitungskurse können sich die Jugendlichen mit ihrem Glauben und ihrem Leben auseinandersetzen.

Es geht nicht darum, ein striktes Programm durchzuführen und den Jugendlichen möglichst viele theoretische Inputs zu geben. Firmung ist kein Crashkurs um eine vernachlässigte Glaubensweitergabe nachzuholen. Jugendliche können sich in der Firmvorbereitung bewusst eine Zeit lang intensiver mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen. Sie bekommen die Chance, den Glauben an Gott als lebensrelevant zu erfahren, im Glauben gestärkt zu werden und ihn ganz konkret mit dem eigenen Leben in Verbindung zu bringen.

 

Richtlinien der Diözese Bozen-Brixen

  • Der Firmbewerber ist am Tag seiner Firmung mindestens 16 Jahre alt.
  • In den Jahren 2020 und 2021 wird keine Firmvorbereitung stattfinden. Sie läuft diözesanweit frühestens im Jahre 2022 an, sofern Firmbewerber in der Seelsorgeeinheit und Pfarrei mindestens 15 Jahre alt sind.
  • Auch wenn es derzeit keine Firmvorbereitung gibt, so sollen diese Jahre dennoch genutzt werden, um Angebote mit und für die Kinder und die Jugendlichen zu machen: Jugendpastoral.
  • Der neue Firmweg 16+ gliedert sich in drei Phasen: Informationsphase, inhaltliche Firmvorbereitung und Vorbereitung auf die Feier der Firmung
  • Die Firmvorbereitung dauert mindestens zwölf Monate.

Die Firmung ist in der Diözese Bozen-Brixen dem Amt für Schule und Katechese zugeordnet. Das Amt betreut auf diözesaner Ebene den Bereich der Firmkatechese. Zugleich betreut das Amt für Schule und Katechese die Bibliothek und Materialstelle des Pastoralzentrums, wo Bücher und Arbeitsmaterialien gekauft und ausgeliehen werden können:

Amt für Schule und Katechese
Domplatz 2
39100 Bozen
Tel. +39 0471 306 352 (Katechese)

Auf der diözesanen Webseite gibt es Infos zum neuen Firmweg und zum Konzept der Firmkatechese:

https://www.bz-bx.net/de/glauben-und-liturgie/sakramente-und-feiern/neuer-firmweg.html

Häufig gestellte Fragen

Wer kann das Sakrament der Firmung empfangen?

Jeder getaufte katholische Christ, der 16 Jahre alt ist und die Firmvorbereitung absolviert hat.

Was ist, wenn sich jemand nicht firmen lassen möchte?

Ein jedes Sakrament ist freiwillig. Wenn Jugendliche aus persönlichen Gründen die Firmung nicht empfangen möchten, müssen sie es auch nicht. Ein Sakrament soll ein Geschenk sein und niemals ein Zwang.

Ist die Firmung Voraussetzung für die Hochzeit?

Nein. Die Firmung ist keine Voraussetzung für die Ehe. Eheleute sollen, wenn es ohne großen Aufwand möglich ist, vor der Eheschließung das Sakrament der Firmung empfangen.

Wer ist verantwortlich für die Firmung?

Verantwortlich für die Firmung ist die jeweilige Pfarrei vor Ort. Die Pfarrei plant gemeinsam auf Seelsorgeeinheit den Firmweg mit den Inhalten.

Gibt es eine Vorbereitung auf die Firmung?

Ja! Die Vorbereitungszeit von mindestens 12 Monaten schafft Begegnung zwischen Glauben und Leben, klärt die individuellen Fragen der Jugendlichen und ermutigt sie, sich auf einen christlichen Lebensweg einzulassen.  Aufgabe der Firmvorbereitung ist die Stärkung der Firmlinge. Firmvorbereitung ist pastoraler Dienst an den Firmlingen. Die Kirche hat die Chance, Jugendliche wahrzunehmen und ein Stück ihres Lebensweges zu begleiten.

Wie viele Treffen gibt es bei der Firmvorbereitung?

Die Anzahl und die Form der Treffen ist in jeder Seelsorgeeinheit unterschiedlich. Infos gibt’s in der Pfarrei vor Ort.

Was sind die wichtigsten Inhalte der Firmvorbereitung?

Um den Jugendlichen möglichst eine breite Palette an unterschiedlichen Erfahrungen aufzuzeigen, ist es sinnvoll, möglichst Personen aus verschiedenen Kontexten miteinzubinden. Vor allem aber sollen die Firmbewerberinnen und Firmbewerber miteinbezogen werden, sie wissen am besten, was sie brauchen und was sie entdecken möchten, daher einfach nachfragen. Oder sie vielleicht selbst etwas organisieren lassen. Jugendliche dürfen in der Firmvorbereitung Haltungen und Fertigkeiten einüben. Die persönliche Begegnung steht immer im Vordergrund. Jugendliche können das Pfarrgemeindeleben besser kennenlernen, Vielfalt entdecken und Praxiswissen erlangen.

Wie können die Eltern die Firmvorbereitung unterstützen?

Eltern können ein Vorbild sein. Sie setzen sich für die christlichen Grundüberzeugungen von Frieden, Gerechtigkeit, Liebe und von Gottes Gegenwart in dieser Welt ein und bestärken ihre Jugendlichen diesen Weg zu wählen. Gerne können Eltern auch in der Firmvorbereitung einbringen und einen wertvollen Beitrag leisten.

Was macht ein Firmpate?

Pate oder Patin begleiten die Firmbewerber auf ihrem Lebens- und Glaubensweg. Bei der Firmfeier treten sie mit den Firmkandidaten vor den Firmspender und legen zum Zeichen ihrer Unterstützung die rechte Hand auf die Schulter des Jugendlichen.

Wer kann Firmpate sein?

Firmpaten sind mindestens 16 Jahre alt, getauft, gefirmt und müssen vollwertiges Mitglied der katholischen Kirche sein. Als Begleitperson im Glauben wird vorausgesetzt, dass sie selbst „ein Leben führt, das dem Glauben und dem zu übernehmenden Dienst entspricht“. Die Patin/der Pate soll auch bemüht sein, den Glauben besser kennen zu lernen und aus dem Glauben zu leben. Die Firmbewerberinnen und Firmbewerber dürfen ihre Paten selbst aussuchen. Für das Patenamt wird nur eine Person vorgesehen, damit die Verantwortung klar einer einzigen Person zugeteilt ist. Eine Ausnahme ist nur dann vorgesehen, wenn ein Mann und eine Frau (also zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts) gemeinsam das Patenamt übernehmen. Die eigenen Eltern können das Patenamt nicht übernehmen. Es bietet sich jedoch z.B. an, den Taufpaten bzw. die Taufpatin zu fragen, um die Verbindung von Taufe und Firmung zu unterstreichen.

Was kann man tun, wenn kein Firmpate gefunden wird?

Es ist nicht zwingend, dass dem Firmling ein Pate oder eine Patin zur Seite steht. Bei der Firmfeier können in solch einem Fall die Eltern den Firmbewerber zur Firmspendung führen.

Was schenke ich Jugendlichen zur Firmung?

Die Firmung ist ein besonderes und einmaliges Ereignis. Deshalb lohnt es sich, über ein Geschenk mit bleibendem Wert nachzudenken, das an diesen Tag erinnert, wie z.B. ein Kreuz oder ein anderer christlicher Schmuckanhänger, eine Ikone oder eine Heiligenfigur.

Ebenso kann ein Gutschein für eine gemeinsame Unternehmung, z.B. ein Ausflug, ein kleiner Wochenendtrip, die Einzigartigkeit dieser Beziehung ausdrücken. Zudem bietet er die Möglichkeit, Zeit miteinander zu verbringen, intensiv ins Gespräch zu kommen und gemeinsam etwas zu erleben.

Wenn er oder sie gerne liest, bietet sich auch ein Büchergeschenk an. Auf dem Buchmarkt sind diverse Geschenkebücher zur Firmung, Jugendgebetbücher oder Jugendbibeln erhältlich, z.B. Fred Ritzhaupt: Willkommen daheim.

Was trage ich bei der Firmfeier?

Im Gegensatz zur Erstkommunion, wo Mädchen ein weißes Kleid und Jungen einen Anzug tragen, gibt es bei der Firmung keine „typische“ Kleidung. Sowohl die Jugendlichen als auch ihre Familien und Paten bzw. Patinnen können frei wählen, was sie an diesem besonderen Tag tragen. Da es sich um eine kirchliche Feier handelt, sollte die Kleidung jedoch sowohl dem Ort Kirche angemessen als auch chic und festlich sein.