Alles Gute, liebe Kirche!

50 Tage nach Ostern haben Kinder schulfrei, viele Menschen arbeiten nicht und die Läden bleiben geschlossen. Warum? Es ist Pfingsten. Doch was genau wird da gefeiert? Der Anlass ist ein Geburtstag, der Geburtstag der Kirche.

Wir kennen alle die Texte in der Bibel, die uns vom Tod und von der Auferstehung Jesu berichten. Jesus ist nach seiner Auferstehung mehrmals seinen Jüngerinnen und Jüngern erschienen, um sie zu trösten und ihnen Mut zu machen, dass nicht alles vorbei sei und er immer noch unter ihnen sei.

Kurze Zeit nach Jesu Rückkehr in den Himmel – so berichtet uns die Apostelgeschichte des Neuen Testaments – haben sich die Jüngerinnen und Jünger Jesu mit Maria, seiner Mutter, anlässlich eines jüdischen Festes getroffen. Und da sind ihnen plötzlich Feuerflammen erschienen, begleitet von einem Stürmen und Brausen. Dies sind Bilder für den Heiligen Geist, der in diesem Moment zu ihnen gekommen ist und sie erfüllt hat. Ab diesem Moment war bei den Jüngerinnen und Jüngern Jesu jede Angst und Sorge weg, sie waren „Feuer und Flamme“ für das, was Jesus ihnen erzählt und als Botschaft mitgegeben hat. Sie waren so überzeugt von der Wichtigkeit dieser Botschaft, dass sie sie unbedingt mit allen anderen Menschen teilen wollten. Doch wie sollte das funktionieren? Nicht jeder in ihrem Umfeld konnte ihre Sprache verstehen.

An dieser Stelle berichtet uns die Bibel von einem Wunder, dem so genannten Pfingstwunder. Nachdem der Heilige Geist die Jüngerinnen und Jünger gepackt hatte, konnten sie plötzlich fremde Sprachen verstehen und auch sprechen. So konnten alle Menschen, selbst Ausländer, die sich gerade in Jerusalem aufhielten, der Botschaft der Jünger lauschen. Sie gingen also voller Begeisterung hinaus auf die Straßen und erzählten den Menschen von Gott, von Jesus und von seinen Taten. Durch diese Ansprachen der Anhänger Jesu hat seine Botschaft begonnen, sich in der Welt auszubreiten. Die christliche Kirche war geboren.

Jetzt fällt es uns vielleicht schwer, uns vorzustellen, dass plötzlich Feuerflammen erschienen sind und jemand von einen Moment auf den anderen viele fremde Sprachen verstehen und sogar sprechen konnte. Vielleicht finden wir es sogar unfair, weil wir selber viele Jahre brauchen, um eine Sprache zu lernen. Ob sich diese Geschichte genau so zugetragen hat oder nicht, ist auch nicht wesentlich.

Wichtig ist, dass das, was Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern erzählt und gezeigt hat, nicht nur für sie bestimmt war. Jesus hat von vorn herein seine Botschaft der Liebe für alle Menschen dieser Welt hinterlassen. Nach Jesu Auferstehung und Himmelfahrt war es Aufgabe der Jüngerinnen und Jünger, diese Botschaft zu den Menschen zu tragen. Und Gott hat ihnen die dafür notwendige Kraft gegeben.

Heute lebt von diesen Jüngerinnen und Jüngern niemand mehr. Jetzt sind wir dran, uns gegenseitig und den anderen von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen. Vielleicht wissen wir nicht, wie wir das tun sollen, vielleicht fehlt uns der Mut dazu. Doch wir dürfen darauf hoffen, dass uns Gott nicht hängen lässt und Mut macht, begeistert von Jesus zu erzählen.

Gott, ich träume
von einer Kirche,
die immer neue Wege zu den Menschen sucht
und die mit Fantasie versucht
die Frohe Botschaft frisch und lebendig zu halten.

Ich träume von einer Kirche,
die offen ist für die Anliegen Christ
und deshalb interessiert
für das Leben der Menschen
und für eine Welt
im Geiste Jesu.

Ich träume von einer Kirche,
die eine Sprache spricht, die alle verstehen,
auch Kinder und Jugendliche,
in der sich auch die Jugend spontan und lebendig
ausdrücken kann,
die Raum lässt für Initiative und Mitentscheidung.

Ich träume von einer Kirche,
die prophetisch ist
und die ganze Wahrheit sagt,
die Mut hat unbequem zu sein
und die unerschrocken das Glück der Menschen sucht.

Ich träume von einer Kirche,
die Hoffnung hat,
die an das Gute im Menschen glaubt
und die gerade in einer Welt voll Furcht
und Verzweiflung,
voll Freude auf Gottes Führung baut.

Gott hilf uns,
dass wir an dieser Kirche mitbauen.