Jugendpastoral

Jugendpastoral bezeichnet in der römisch-katholischen Kirche das Wirken der Jugend in der Kirche sowie die Arbeit kirchlicher haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter mit Jugendlichen und für Jugendliche. Es geht darum, Jugendliche auf ihrem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten, zu unterstützen und zu befähigen.

Kirchliche Jugendarbeit verwirklicht sich in Zeugnis geben von dem was mir wichtig ist, was mich trägt. Durch unaufdringliches religiöses Vorleben wird mehr bewirkt, als durch „müssen“ und „sollen“. Eine authentische, einfache Sprache und persönliche Glaubenserfahrungen knüpfen an der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen an und setzen sich theologischen Floskeln entgegen.

Der Erfolg von Jugendpastoral zeichnet sich im Leben oft erst viel später ab, daher braucht es Geduld und Ausdauer. Alle sozialen Tätigkeiten, sind Beziehungsgeschehen. Deshalb ist besonders in der Jugendpastoral wichtig, Beziehungen zu knüpfen und sie zu pflegen.

Der Lebens- und Glaubensweg der Jugendlichen kann mit einem Bild verglichen werden: Es gibt einen Weg. Dieser Weg ist die Jugendpastoral einer Pfarrgemeinde. Auf diesem Weg begegnen uns Berge, welche die Sakramente der Kirche darstellen. Sie sind Höhepunkte im Glaubensleben eines Menschen: Taufe, Eucharistie, Firmung, Hochzeit, Weihe… Berge sind verdichtete Glaubenserfahrungen bzw. Auseinandersetzungen mit dem Glauben. Menschen können frei entscheiden, ob sie den Berg besteigen wollen oder nicht und kehren dann wieder zum Glaubensweg zurück.

Grafik: Jakob Declara

Bisher gab es in vielen Pfarreien sehr wenig Weg. Alle Energie einer Pfarrgemeinde wurde für das Besteigen der Berge (Sakramentenvorbereitung) verwendet. Doch nicht jede oder jeder möchte und muss die Berge besteigen. Auch muss es freigestellt werden, wann ein Berg bestiegen wird. Zur Besteigung braucht es Freude, Motivation und vor allem eigenes Verlangen.

„Man heiratet, wenn man bereit dazu ist, nicht wenn man ein bestimmtes Alter erreicht“, so Markus Felderer, Leiter des diözesanen Amtes für Schule und Katechese. Genau so, sollte es auch bei den anderen Sakramenten sein. Ich lasse mich firmen, wenn ich bereit dazu bin. Es gilt wegzugehen von den Jahrgangsstufen, hin zu einem persönlichen Glaubensweg.

Die Pfarreien sollen in Zukunft viel Wert auf den Glaubensweg legen, der nicht nur Sakramentenvorbereitung sein soll. Das Ziel kann sein, dass es für Jugendliche 2-3 Angebote im Jahr gibt, welche auf Pfarreien, Seelsorgeeinheitsebene oder auf Diözesanebene stattfinden können. Hierbei gibt es die Möglichkeit mit Vereinen, Verbänden oder Jugenddiensten zusammenzuarbeiten. Wir, als Südtirols Katholische Jugend sehen uns besonders als Ansprechpartner für die Jugendpastoral. Wenn ihr Ideen, Unterstützung und Informationen braucht, meldet euch bei uns.

 

Vor und nach der Firmung

Es ist normal, wenn jugendliche Gefirmte nicht regelmäßig in der Pfarrei präsent sind. Viele finden den Weg in die Kirche in späteren Lebensabschnitten wieder. Die Firmvorbereitung und die Firmung öffnen diesen Weg zurück.

Trotzdem muss die Pfarrgemeinde und die Kirche auch nach der Firmung den Gefirmten einen Platz anbieten:

  • Ist in Gottesdiensten, in Gruppen und Versammlungen der Pfarrgemeinde etwas zu spüren von der Frohen Botschaft mit ihrer ansteckenden Lebensfreude?
  • Wo finden Jugendliche in der Pfarrgemeinde Raum und ist er einladend genug?
  • Wissen Jugendliche wohin und an wen sie sich wenden können, wenn sie Hilfe brauchen?
  • Gibt es ihrem Alter und Interessen entsprechende Möglichkeiten in der Pfarrgemeinde Mitverantwortung zu tragen?
  • Gibt es kirchliche Jugendgruppen (auch außerhalb der Pfarre) in denen die Gefirmten Gemeinschaft mit Gleichaltrigen finden?

Es ist wichtig, Jugendliche im Pfarrgemeindeleben mit einzubeziehen, z.B. einmal jährlich einen Jugendgottesdienst, eine soziale Aktion, usw.

Eine große Chance kann es sein, Gefirmte in den nächsten Firmweg einzubeziehen. Sie lernen dadurch Verantwortung zu übernehmen und dürfen Experten/Expertinnen für künftige Firmbewerber sein. Als Firmbegleiter können sie ihre Fähigkeiten und Talente einsetzen und erweitern.

Aus einer Firmgruppe kann später eine Jugendgruppe (Ortsgruppe von Südtirols Katholischer Jugend) werden, welche gemeinsam Veranstaltungen und Aktionen plant und durchführt. Wenn die Gemeinschaft auch nach der Firmung erhalten bleibt ist dies wertvoll und bereichernd. Zudem bietet Südtirols Katholische Jugend regelmäßig Veranstaltungen und Fahrten auf Landesebene an, wo Gefirmte teilnehmen können.

(Quelle: https://www.katholische-jugend.at/firmung/organisation-der-firmvorbereitung)

SKJ unterstützt dich!

Die Firmung ist für Südtirols Katholische Jugend ein sehr großes Anliegen, deshalb möchten wir euch unterstützen! Folgendes bieten wir euch als Pfarrei, Seelsorgeeinheit, Fachausschuss, Firmgruppenleiterinnen und Firmgruppenleiter, Leiter oder Leiterin der Sakramentenkatechese an:

  • Unterstützung in der Planung des Firmweges und der Zeit davor bzw. danach
  • Buchbare Angebote zu den Themen der Firmung für Pfarreien und Seelsorgeeinheiten in der Arbeit mit den Firmbewerberinnen und Firmbewerbern vor Ort
  • Angebote auf diözesaner Ebene (siehe Jahresprogramm)